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Tag Archive für " souveränes Ausstiegsmanagement "

Der schöne Ruhestand? Anspruch und Wirklichkeit

Danach befragt, ob sie sich auf ihren Ruhestand freuen, antworten die meisten Führungskräfte zunächst, dass sie diesem mit froher Erwartung mit viel Gelassenheit entgegensähen, schließlich hätten sie ja so viele Hobbies. Im Ruhestand angekommen, sieht die Realität jedoch meistens völlig anders aus. Denn mit dem Ausscheiden aus dem Arbeitsleben gehen auch die vielen positiven Vorteile des Berufes, die dem Leben bis dato Sinn und Struktur gegeben haben, verloren. Zudem gilt: Während der Ruhestand noch vor 60 Jahren im statistischen Mittel nur 2-3 Jahre dauerte (!), währt dieser Lebensabschnitt heutzutage 25 und mehr Jahre – die es mit Inhalten und Sinn zu füllen gilt!

Gerade Führungskräfte leiden sehr häufig unter Zeit und Schlafmangel, sie empfinden einen enormen Druck und emotionale Achterbahnfahrten, sie spüren oftmals ihre körperlichen und psychischen Grenzen. Sie leiden oftmals unter zu wenig Zeit für Partnerschaft und Familie. Dennoch bringt das Berufsleben aber auch etliche positive Faktoren mit sich:
Neben dem Nutzen, dass wir Aufgaben und Kompetenzen und eine Zeit-Struktur bekommen, haben wir uns ebenso ein großes soziales Netzwerk im Arbeitsumfeld aufgebaut, dass uns ein Gefühl von Zugehörigkeit gibt und uns zu Kooperationen befähigt. Wann immer wir eine Aufgabe oder ein Projekt erfolgreich gestaltet haben, erhielten wir dafür Wertschätzung, Respekt und soziale Anerkennung von unseren Kollegen, Mitarbeitern oder Vorgesetzten. Durch unsere Arbeit erhalten wir außerdem das Gefühl, etwas bewirken zu können und gewinnen dadurch eine Bedeutung im sozialen Umfeld. Vor allem Führungskräfte mit Personalführung genießen zudem den Status von Macht sowie den von menschlicher Zuwendung.

Hat sich was überlegt: Dr. Dr. Ekkehart Franz

Wenn wir also von heute auf morgen in den Ruhestand gehen/müssen(!) und all die oben genannten positiven Faktoren der Arbeit plötzlich wegfallen, die uns bis dato zum großen Teil den Sinn in unserem Leben gaben, dann entwickelt die Mehrheit der aussteigenden Führungskräfte tiefgreifende Ängste. Denn wenn der Beruf fehlt, dann verlieren Führungskräfte damit auch ihre zentrale Schlüsselrolle im Leben, eine existentielle Identifikationsmöglichkeit geht damit verloren. Damit verbunden sind der Wegfall von Prestige, Autorität, sozialem Ansehen und beruflichen Kontakten. Ohne Aufgaben und Verantwortung verschwindet auch die Alltagsstruktur und es bestätigt sich die Sorge, nicht mehr gebraucht zu werden.

Die Anpassung an die neue Lebensphase erfordert zweifelslos einen Veränderungsprozess des eigenen Verhaltens. Nahezu nichts ist mehr wie zuvor! Denn bisheriges Handeln und Denken sowie aufgebaute Wertesysteme und Argumentationstechniken können in das private Umfeld nicht übernommen werden. Durch die so entstandene Hilfslosigkeit sinkt auch das eigene Selbstwertgefühl. Das gilt besonders dann, wenn uns im eigenen Umfeld keine Wertschätzung mehr entgegengebracht wird, weil wir unseren beruflichen und gesellschaftlichen Status nicht mehr innehaben. Durch all diese Fakten steigt das Risiko, physisch oder psychisch zu erkranken im Ruhestand signifikant an. Doch kaum einer der Betroffenen spricht gern darüber, weil es gesellschaftlich immer noch als Schwäche gedeutet wird. Auf diese Weise drohen Depression und Isolation.
Um einen solchen ‚Absturz in das schwarze Loch’ zu vermeiden und ein sanftes Ankommen in den Ruhestand zu gewährleisten, braucht es einen individuellen Plan zur Vorbereitung und Ausgestaltung des nachberuflichen Lebens. Da von nun an der Großteil der Zeit zu Hause verbracht wird, muss auch die Beziehung zum Partner an die neue Alltagssituation angepasst werden. Deshalb ist es unerlässlich, bei der Ruhestandsplanung den Partner mit einzubeziehen, um ein harmonischen Zusammenleben zu ermöglichen.

Über Zeitenwende Lang& Franz GbR:
Die von Dr. Ewald Lang und Dr. Dr. Ekkehart Franz gegründete Firma ist spezialisiert auf das Thema ‚Souveränes Ausstiegsmanagement‘. Ziel von Zeitenwende ist es, mit Unternehmern und Führungskräften, die ihrem Leben eine neue Orientierung geben möchten oder müssen, im Einzel- oder Gruppencoaching individuelle Lösungen zu erarbeiten. Das Buch zum Thema: „Am Ende des roten Teppichs – wie der berufliche Ausstieg souverän gelingt“ www.zeitenwende-consulting.de

Führungskraft im Beruf – Führungslos im Ruhestand?

„Endlich im Ruhestand angekommen“, fühlen sich die meisten Führungskräfte urplötzlich der neuen Freiheit und auch der Familie ausgeliefert und zu allem Überfluss vom Unternehmen auch noch schnell vergessen. Schon bald entstehen Frustrationen mit negativen Folgen für alle Betroffenen.

Ein Fallbericht: Andrea V., 60 J., Ehefrau des kürzlich ausgeschiedenen Vorstandsvorsitzenden einer sehr bekannten Bank, klagt: „Mein Mann lauert immer auf irgendwelche Einladungen zu irgendwelchen Empfängen, auf die er sich dann tagelang vorbereite, und denen er einen völlig unangemessenen Stellenwert einräume. Meist kommt er von solchen Empfängen schlecht gelaunt nach Hause, eben, weil er mit seiner geschäftlichen Bedeutungslosigkeit konfrontiert wurde“. Sie weiter: „…Zum Glück hat man ihm ein kleines Büro in der Vorstandsetage gelassen und an zwei Tagen eine Halbtags-Sekretärin zur Verfügung gestellt. Auch der Fahrer fährt ihn zweimal in der Woche von zuhause in die Bank und zurück – aber eben auch nicht mehr. Das ist vertraglich klar geregelt – sehr zu seinem Verdruss. Und glücklicherweise ist da noch das Aufsichtsratsmandat, zweimal im Jahr. Aber zuhause? Fragen Sie mich lieber nicht! Ich dachte es würde so schön werden, wenn er nicht mehr in diesem beruflichen Dauerstress sein würde. Und nun haben wir den Stress zuhause! “

„Endlich im Ruhestand angekommen“, fühlen sich die meisten Führungskräfte urplötzlich der neuen Freiheit und auch der Familie ausgeliefert

Das Buch “Am Ende des roten Teppichs” von Dr. Dr. Ekkehart Franz und Ewald Lang beschreibt das Thema Ruhestand

Beim Ausstieg in das nachberufliche Leben fühlen sich die meisten Führungskräfte in ihrer Situation alleingelassen, denn als Ratgeber sind Familienmitglieder und Freunde falsche Ansprechpartner, weil ihnen die objektive Distanz zum Betroffenen fehlt. Zudem verläuft der ungeplante Alltag im Ruhestand oft ohne sinngebende Aufgaben, die der Woche eine Struktur geben könnten. Im Berufsleben wurde jeder einzelne Tagesablauf durch externe Faktoren genauestens festgelegt (Endlos- Meetings, Verhandlungen, Reisen etc.) Es gab keinen Raum für ein selbstbestimmtes Leben. Die Tatsache, dass die Führungskraft nun im Ruhestand plötzlich selbst verantwortlich ist für die Gestaltung ihres nachberuflichen Lebens, muss von ihr und ihrem Umfeld akzeptiert und erlernt werden – ein meistens sehr schmerzhafter Prozess!

Der Eintritt in den Ruhestand ist oft schwer

Ohne Organisation und Sinngebung überkommt die ehemalige Führungskraft im nachberuflichen Leben, oft ein Gefühl von Nutzlosigkeit und Bedeutungslosigkeit. Nach dem eigenen Ausscheiden geht zudem der Arbeitsalltag im Unternehmen wie gewohnt weiter, und in der Regel will und braucht der Nachfolger auch keinen Rat vom alten Chef. Die bittere Erkenntnis: Jeder Mensch ist ersetzbar – in seiner Funktion!

Zu Hause angekommen, wartet nun die Ehefrau, die seit 30 Jahren die familiären Angelegenheiten und den Haushalt fest im Griff hat. Zudem pflegte sie stets den Freundeskreis und ist heute bestens vernetzt. Ist die Frau selbst noch berufstätig, verschärft sich die Situation mit dem Mann plötzlich zuhause! Für viele Frauen ist der berufliche Ausstieg des Partners aus zwei Gründen von Sorge und Anspannung erfüllt: Zum einen könnten langjährig gehegte Hoffnungen auf mehr Gemeinsamkeit nun zwar real gelebt werden – es muss aber auch der ‚Beweis’ erbracht werden, dass dies so – wie einst erhofft – auch funktioniert. Zum anderen mischt sich der Partner plötzlich in die bestehende häusliche Ordnung ein – Chaos scheint vorprogrammiert, und das mit ungewissem Ausgang!

Damit ein solcher Fall nicht eintritt, sondern der berufliche Ausstieg zum Erfolg wird, ist es entscheidend, sich frühzeitig Gedanken zu machen, welche Ausrichtung das nachberufliche Leben haben soll und wie geplant werden muss, damit ein selbstbestimmtes Leben gelebt werden kann. Dabei ist es zwingend notwendig, den Lebens-/Ehepartner bei der Vorbereitung mit einzubeziehen.

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